KUBIŠTA – FILLA. Die Pilsener Disputation

07/06/2019 bis 29/09/2019
Ausstellungssaal Masné krámy
Autor: 
Marie Rakušanová
Kurátor: 
Petra Kočová

Die außerordentliche Bedeutung der Werke von Bohumil Kubišta und Emil Filla im Rahmen der Sammlungen der Westböhmischen Galerie wurde bereits in der Vergangenheit in Ausstellungs- und Publikationsprojekten betont. Die letzte zusammenfassende Präsentation des „tschechischen Kubismus“ aus den Sammlungen der Westböhmischen Galerie verlief im Jahre 2009 während der Ausstellung Kubismus 1910–1925. Kubismus in den Sammlungen der Westböhmischen Galerie Pilsen und in der gleichnamigen Publikation. Die geplante Ausstellung würde vor allem von dieser synthetischen Vorstellung des Themas ausgehen, zugleich sollte sie aber einen Versuch um eine erweiterte Kontextualisierung der Werke von Bohumil Kubišta und Emil Filla als zwei bedeutenden Vertretern des „tschechischen Kubismus“ in den Sammlungen der Westböhmischen Galerie darstellen.

Das Werk von Emil Filla ist in den Sammlungen der Westböhmischen Galerie sehr zahlreich vertreten und die Exponate stammen auch aus der Zeit, die die zusammenfassende Ausstellung zum Kubismus im Jahre 2009 nicht umfasste. Doch wäre das Schaffen von Filla in den Sammlungen der Westböhmischen Galerie im Rahmen des Konzepts der geplanten Ausstellung auch nicht zusammenfassend betrachtet. Man würde konkret auf die Präsentation seiner Werke seit 1930er Jahren verzichten. Diese Entscheidung berücksichtigt die Kohärenz der Ausstellungspräsentation der Werke von Filla im engen Zusammenhang mit den Werken seines Zeitgenossen Bohumil Kubišta. Durch den zeitigen Tod von Kubišta im Jahre 1918 wurde die Weiterentwicklung seines Schaffens verhindert, und falls die Ausstellung keine bloße deskriptive Präsentation der Sammlungsfonds sein soll, sondern falls diese die Interaktion von Werken zweier bedeutenden Künstler im Rahmen einer Ausstellung in den Mittelpunkt stellen soll, dann müssen vor allem gemeinsame Themen akzentuiert und eine kontextuelle Konzeption entwickelt werden.. Die Zusammenhänge, auf die man dann fokussiert, werden im Rahmen der Ausstellung mittels der direkten Konfrontation der Werke von Kubišta und Filla visualisiert, und diese Visualisierung wird auch durch die Werke von ihren Zeitgenossen, tschechischen, deutsch-jüdisch-tschechischen und tschechisch-jüdischen Malern und Bildhauern aus den Sammlungen der Westböhmischen Galerie ergänzt (Georg Kars, Otto Gutfreund, Josef Čapek, Jan Zrzavý, Václav Špála).

Die ausgestellten Werke von Kubišta und Filla werden weiter um einige Bilder, Zeichnungen und Grafiken dieser Autoren ergänzt, die von anderen staatlichen und privaten Sammlungen ausgeliehen werden. Der Kontext des Schaffens wird mit zeitgenössischen Dokumenten, Fotografien, mit der Korrespondenz, Memoiren und mit weiteren Archivquellen vervollständigt. Das Ziel der Ausstellung liegt vor allem  in der Darstellung der  künstlerischen und persönlichen Beziehung beider Künstler, in der Betrachtung ihrer Rolle im Rahmen der gesamten Bewegung ihrer Generation und ihres Wirkens in Böhmen sowie im Ausland. Eine der Eingangshypothesen dieser Ausstellung ist, dass gerade die Ansichtskollision dieser starken Persönlichkeiten zur Zerspaltung der gemeinsamen Generationsbemühungen  und Abschwächung des Programms nach 1911 führte., das im Rahmen der künstlerischen Kommunität durchgesetzt wurde, ursprünglich aber auch selbstbewusst ins Ausland gerichtet werden sollte,