INTERIEURE DER SEELE. Künstlerisches Wohnen in den vom Architekten Adolf Loos in Pilsen geschaffenen Räumlichkeiten

01/02/2017 bis 30/04/2017
Ausstellungssaal Masné krámy
Autor: 
Michal Koleček
Kurátor: 
Marcela Štýbrová

Die Ausstellung konzentriert sich auf die Vorstellung der zeitgenössischen Kunstwerke von den tschechischen bildenden Künstlern der jüngeren und mittleren Generation, die auf einzigartige Realisationen der Wohnungsinterieurs von Adolf Loos in Pilsen reagieren.

Einzelne Autoren reagieren in seinen Werken frei oder ganz verbunden auf den Komplex der mit Loos´ Wohnungsrealisationen zusammenhängenden Fragen und mit deren breiterem ästhetischen, historischen oder gesellschaftlichen Kontext.

Ausstellende Künstler: Matěj Al-Ali, Jiří Černický, Milena Dopitová, Martin Kolář,
Alena Kotzmannová, Jan Krtička, Dominik Lang, Luděk Míšek, Tomáš Moravec,
Pavel Mrkus, Jan Stolín, Michaela Thelenová, Benedikt Tolar

Die Ausstellung bringt ein unikales historisches und kulturelles Phänomen nahe – acht Wohnungsinterieurs, entworfen von Adolf Loos für die Pilsner Besteller. Der Ausstellungskonzept konzentriert sich auf die Vorstellung der Kunstprojekte von dreizehn Künstlern der jüngeren und mittleren Generation, die frei oder ganz verbunden direkt auf Loos´ Wohnungsrealisationen reagieren, auf ihr Schicksal, Schicksale ihrer Besteller oder breitere historische, politische, kulturelle oder gesellschaftliche Zusammenhänge, die mit der Entstehung und nicht selten auch mit dem Untergang dieser Realisationen verbunden sind. Einzelne Künstler gehen bei ihrer Arbeit vom Studium und Erforschung der konkreten Loos´ Interieurs aus und reagieren ebenfalls auf aktuelle Fragen, die mit der Entwicklung der Interpretation von den historischen Zusammenhängen und derer Analyse verbunden sind; Auge in Auge dynamischen, im Rahmen der zeitgenössischen gesellschaftlichen Situation anwesenden Bewegungen. Die Künstler verwenden bei der Thematisierung des verfolgten Materials unterschiedliche Ausdrucksstrategien, sie präferieren jedoch gezielt progressive Verfahren – vor allem site-specific Analysen, Arbeit mit dem Archiv, Pseudo-Dokumentarismus, partizipative oder edukative Verfahren usw. Die Bemühung des Ausstellungsprojektes besteht also darin, die Integrität des Pilsner Kulturmilieus in den Zusammenhängen der historischen sozio-kulturellen Entwicklung und die zeitgenössische künstlerische Situation in dieser Stadt zusammen zu verbinden und überzeugend zu demonstrieren. Die Ausstellung vertieft das Potenzial des konkreten Orts und öffnet den Projektteilnehmern sowie dem breiten Publikum den Raum für die Selbstidentifikation mit diesem Raum. Auf dem historischen Fundament und seinen gespannten künstlerischen Aktualisierungen bietet dann die Ausstellung ein breites Feld für verschiedene Interpretationsrahmen, die hauptsächlich die Transformation der geschichtlichen Erfahrungen in den unsicheren Raum unseres Alltagslebens folgen.