Blättern. Die moderne Buchkultur in der böhmischen bildenden Kunst

15/06/2016 bis 16/10/2016
výstavní síň „13“
Autor: 
Hana Bartošová, Gina Renotière
Kurátor: 
Marcela Štýbrová

Die Wiederaufnahme der vom Museum der Kunst in Olmütz vorbereiteten Ausstellung stellt seine Sammleraktivitäten vor, die in der Hälfte der 90er Jahre des vorigen Jahrhunderts in die Buchkultur eingedrungen sind. Die Ausstellung mit dem eindeutig vieldeutigen Namen Blättern entdeckt dem Besucher beide Buchsammlungen der Museum.

Die Sammlung Buch des 20. Jahrhunderts ist von der Kollektion der Bücher, Zeitschriften und Sammelbände gebildet, an deren Bearbeitung bedeutende Vertreter nicht nur der böhmischen, sondern auch zum Beispiel deutschen oder russischen bildenden Kunst des 20. Jahrhunderts teilnahmen. Der Schwerpunkt der Sammlung ist die böhmische Buchavantgarde in den Zwischenkriegsjahren, wo die funktionalistisch orientierten Buchbearbeitungen und konstruktivistische Typografie zu den Hauptströmen in der böhmischen Buchkunst zählen, sowie auch das einzigartige Schaffen von Josef Čapek und die im Geist des Poetismus und Surrealismus schaffenden Künstler. Die zweite Sammlung ist von der deutlich internationalen oder eher euroatlantischen Kollektion der Autorenbücher und als Kunstwerk genommenen Bücher gebildet (von der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis zur Gegenwart), die die verschiedenen Möglichkeiten der Einstellung zu dieser im Kern intermedialen Art der bildenden Kunst vorstellen. In der Sammlung sind außer den einzigartigen Autorenstellungen ebenfalls lettristische oder konzeptuelle Möglichkeiten der Arbeit mit dem Autorenbuch vertreten. Das Grenzgebiet zwischen dem Autorenbuch und dem Objekt stellen dann die Werke der Autoren aus der bedeutenden internationalen Bewegung Fluxus vor. Ein selbstständiger Teil im Rahmen dieser Sammlung sind die Autorenbücher aus dem Rainer Verlag. Dieser Berliner Verlag gehörte in den Jahren seiner Existenz (1966-1985) zu den bedeutendsten Verlagen der Autorenbücher überhaupt und wurde für seine schöpferische und experimentelle Einstellung von einer Reihe der heutzutage berühmten Autoren aufgesucht. Das Museum der Kunst wurde zur einzigen Institution der Welt, die die komplette Sammlung der Autorenbücher von Rainer Verlag dank der Spende von Rainer Pretzell besitzt.